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Frische Erbensensuppe tausendfach serviert

50. Euro Musiktage Elisabeth Lübbe kocht seit über 40 Jahren in der DRK-Suppenküche für die Musiker

Elisabeth Lübbe

Über 40 Jahre Versorgung und Verpflegung der Euro-Teilnehmer durch Elisabeth Lübbe.

Bösel - Zu ihrem 50. Geburtstag sollte mit der Kocherei bei den Euro Musiktagen für Elisabeth Lübbe Schluss sein. Das hatte sie sich immer so vorgenommen. Jetzt ist sie 63 Jahre alt – und sie steht natürlich immer noch jedes Jahr in der Suppenküche. Und das gerne. Und mit großer Leidenschaft.

Dieses Jahr kommt eine Menge Arbeit auf das Küchenteam des Böseler Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu. Das ist Elisabeth Lübbe klar: „Zum Jubiläum werden mit Sicherheit noch viel mehr Leute kommen.“ Nervös macht die Böselerin das kein bisschen: „Es ist uns noch nie zu viel geworden“, fügt sie lachend hinzu.

Elisabeth Lübbe sitzt in ihrem Wohnzimmer in Bösel und blättert in einem Fotoalbum: Vor 42 oder 43 Jahren habe sie mit dem DRK-Team erstmals für die Verpflegung der Teilnehmer der Euro Musiktage gesorgt. „Wir sollten ein Abendbrot zubereiten“, erinnert sie sich: „Das war in der Näherei Stolte.“ Dort hätten viele Musiker übernachtet. Also wurden die Nähemaschinen zur Seite geschoben und auf den Tischen wurden Schnittchen geschmiert. Dazu gab’s Kaffee und Tee. Sonntagsmittags wurde ebenfalls für die Besucher des Festumzuges gekocht. „Wir standen einfach auf der Wiese unter freiem Himmel. Das wäre heute undenkbar.“ Kleider, weiße Schürzen und DRK-Hauben hätten die Damen damals bei der Essenausgabe getragen. „Es gab frische Hühnersuppe mit Einlage.“

Dann brach irgendwann das Zeitalter der Erbsensuppe an – und das hält auch bis zu den 50. Euro Musiktagen an. Die wird immer frisch für den Euro-Sonntag gekocht. Doch damit ist die Arbeit längst nicht getan. Das Küchenteam bekocht die Gäste vier Tage lang. Es gibt drei Mahlzeiten täglich. Es gibt mal Gulasch, Kartoffelpüree mit Hähnchenschnitzeln, Salate mit Würstchen. „Wichtig ist, dass wir immer große Teller mit Brot dazustellen. Das haben wir von unseren Besuchern im Laufe der Jahre gelernt.“

Morgens um 5 Uhr geht es in der DRK-Unterkunft für die Köchinnen los. „Und dann geht es schon mal bis 22 Uhr abends.“

Seit 46 Jahren gibt es das DRK in Bösel. 36 Jahre lang war sie die Leiterin der Bereitschaft, die Küche war immer ihr angestammter Platz – egal ob beim Blutspenden oder bei den Musiktagen. Als Belastung empfindet Elisabeth Lübbe das Spektakel allerdings nicht: „Das sind ein paar Nächte mit wenig Schlaf. Das geht dann schon.“ Genießen will sie die Euro Musiktage auch neben der Küche. Sie geht zur offiziellen Eröffnung und bei „Wetten, dass. . .?“ lässt sie sich immer blicken. Immer im Hinterkopf: Morgens früh muss wieder gekocht werden. Natürlich sei es manchmal schwierig, die Geschmäcker so vieler Nationalitäten zu befriedigen. Der einfachste Nenner: „Wir kochen einfach landestypische Küche, da müssen dann alle durch.“ Zu Spitzenzeiten seien mittags 3000 Portionen Essen über die Theke gegangen. Das Jubiläum wird eine neue Herausforderung: „Es wird voll. Das wär’ auch schön“, sagt die 63-Jährige. Herausforderung angenommen.


Quelle:  Aus NWZ-Online vom 30.07.2011 von Anja Bienwald

 



30. Juli 2011 22:40 Uhr. Alter: 6 Jahre