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Die Bereitschaftsmitglieder im Jahre 1991

Das Gruppenbild der Bereitschaft im August 1991. In der vorderen Reihe sitzend sind die zu diesem Zeitpunkt noch aktiven Gründungsmitglieder aus dem Jahre 1966 zu sehen. (von links:) Theo Lübbe, Hans Schöning Franz Rötters, August und Brigitte Kock, Elisabeth und Ewald Lübbe, Albert Nording, Willi Brunnberg.

Die Gründung der DRK-Ortsgruppe Bösel

Bevor die DRK-Ortsgruppe Bösel gegründet wurde, fanden schon Blutspendetermine in Bösel statt, die vom DRK-Kreisverband Cloppenburg in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bösel organisiert wurden. Die damalige Kooperation zwischen dem DRK-Kreisverband und der Gemeindeverwaltung Bösel kann als hervorragend bezeichnet werden. Die Arbeit bei der Gemeinde lag in den Händen des Verwaltungsangestellten Otto Emken.

Die Blutspender wurden von ehrenamtlichen Bezirksvorstehern geworben. Sie gingen in ihren Bezirken von Haus zu Haus und trugen alle Personen, die zum Spenden bereit waren, in Listen ein. Durch diese direkte Einladung erreichte man seinerzeit eine hohe Beteiligung bei den Blutspendeterminen.

Im Laufe der Zeit stellte sich der DRK-Kreisverband die Frage, ob nicht eine Ortsgruppe diese Aufgabe übernehmen könne. Somit wurde die damalige Ortsgruppe mit dieser Aufgabe betraut.

Ein öffentlicher Erste-Hilfe-Kursus wurde daraufhin angeboten. Die Ausbildung der Teilnehmer wurde von Willi Ostendorf aus Sedelsberg übernommen. Nachdem der Kursus abgeschlossen war, wurden die Teilnehmer zu einem Info-Abend eingeladen. Während dieser Veranstaltung wurde das Rote Kreuz mit seinen Aufgabenbereichen vorgestellt. Für die Teilnehmer, die in der DRK-Ortsgruppe aktiv mitarbeiten wollten, wurde ein Sanitätskursus angeboten, damit die im Erste-Hilfe-Kurs gewonnenen Kenntnisse vertieft werden konnten.

Der erste reguläre Gruppenabend fand in der Schule Bösel statt und war zugleich die Gründungsversammlung der Ortsgruppe Bösel. Es folgte dann ein Jahr mit relativ geringen Aktivitäten. Dies änderte sich nach der ersten Jahresversammlung. Ein neues Führungsgremium wurde gewählt. Von nun an hatten die Frauen in der Ortsgruppe das Ruder in der Hand. Elisabeth Lübbe, geb. Drees, wurde zur Vorsitzenden gewählt. An den zweimal im Monat stattfindenden Gruppenabenden wurden verstärkt Themen aus der Ersten Hilfe geübt, wobei Übungsmaterial nur im begrenzten Umfang zur Verfügung stand.So standen den Ersthelfern der Gruppe für den ersten Sanitätseinsatz, dem Erntedankumzug 1968, nur Sanitätstaschen zur Verfügung.

Der Erste Verpflegungseinsatz fand während der EURO-Musiktage 1968 in Bösel statt. In den Räumen der Näherei Walter Stolte wurde zwischen Nähmaschinen die Verpflegung- meistens wurden belegte Brote geschmiert- zubereitet.

Im darauffolgenden Jahr übernahmen wir auch den Sanitätsdienst während der EURO-Tage beim Musikwettstreit nach Noten auf dem Sportplatz. Hierfür stand das erste Mal eine Sanitätskiste (K50) zur Verfügung. Um die Betroffenen mit Kreislaufschwächen nicht jedes Mal in den schattigen Saal zum Gasthof Sommer tragen zu müssen, wurde der EURO-Einsatz 1970/1971 mit einem geliehenen Zelt und einem Fahrzeug durchgeführt. Somit konnten die Betroffenen direkt vor Ort versorgt werden.

In dieser Zeit absolvierten auch die ersten Gruppenmitglieder einen Kursus, der sie zur Ausbildung in Erste Hilfe berechtigte. In den darauffolgenden Jahren nahm eine Vielzahl der DRK-Helfer an Lehrgängen teil, z. B. Verpflegungsdienst, Melderlehrgang, Sanitätslehrgang und Unterkunftswesen im Katastrophenfall (K-Fall). Die Tätigkeiten in der Gruppe waren zwar sehr vielfältig, doch suchte die Ortsgruppe nach einer Hauptaufgabe.

Zu dieser Zeit stellten mehrere DRK-Gruppen im Landkreis Cloppenburg das Kochen ein. Da die Böseler Ortsgruppe schon einige Erfahrungen mit Verpflegungseinsätzen hatte, wurde sie neben Altenoythe und Molbergen, die bereits seit längerem kochten, mit dieser Aufgabe betraut.

Die ersten Kocheinsätze wurden von Ida Werrelmann (Tante Ida), der damaligen Kreisgeschäftsführerin des Kreisverbandes Cloppenburg, in Nikolausdorf unter noch relativ primitiven Bedingungen geleitet.

Mit den wachsenden Aufgaben wie Altkleider- und Altpapiersammlungen, Sanitätsdienste, Krankentransport und Blutspendetermine wurde auch die technische Ausrüstung der Gruppe verbessert. Im Jahre 1974 erhielt die Ortgruppe das erste Fahrzeug, einen Ford Transit. 1975 wurden das erste Mannschaftszelt sowie Dienstparka und Dienstmäntel angeschafft. Bis in die heutige Zeit hinein hat die Gruppe, die 1977 zur Bereitschaft ernannt wurde, ihre Hauptaufgabe im Verpflegungsdienst. Heute besteht die Bereitschaft aus 41 Helfern.Aus: Chronik 25 Jahre DRK-Bösel von 1966 bis 1991)

DRK Bösel ist Bundessieger in Erster-Hilfe

Einen großen Bahnhof gab es am Sonntag, 22. September 1991 in Bösel, als die Sieger des Bundeswettbewerbs, Ursula Burmann, Werner Lamarre, Petra Oltmann, Rainer Burmann, Claudia Meyer und Hubert Schmolke, aus Freudenstadt/Schwarzwald zurückkehrten.

Die Siegermannschaft wird vom 28. - 31. Mai 1992 die Bundesrepublik Deutschland beim Europawettbewerb in Halmstad (Schweden) vertreten.

Am Freitag waren die Böseler Wettkampfmannschaft und die "Schlachtenbummler" mit dem Bus in den Schwarzwald gereist. Dort fand am Sonnabend der Bundeswettbewerb rund um den Marktplatz statt. Neben einem Theoretischen Teil musste die Mannschaft acht Situationen bewältigen. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildeten Aufgeben aus dem Bereich "Vitale Funktionen", wie etwa die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW). Über 50 Mimen, die von DRK-Helfern geschminkt wurden, sorgten dafür, das die einzelnen Situationen täuschend echt wirkten. 40 Schiedsrichter wachten mit Argusaugen darüber, welche der 17 Mannschaften die Aufgaben am besten lösten.

Als später bei der Siegerehrung der Name Bösel nicht fiel, mutmaßten einige, man habe Bösel schlicht vergessen. Andere ahnten, was kommen sollte und zückten bei der Nennung des vierten Ranges vorsorglich schon mal die Taschentücher. Der dritte Platz war sicher. Nachdem der jedoch an die Vertretung aus Rheinland-Pfalz vergeben worden war und als Deutscher Vizemeister Hessens Mannschaft bekannt gegeben wurde, war die Stimmung nicht mehr zu überbieten.

Das Team holte mit 882 von 1000 möglichen Punkten den Sieg nach Hause. Freudentränen flossen, man fiel sich in die Arme. Selbst die anderen Teams waren gerührt von dieser Begeisterung. Ein Rot-Kreuzler aus einer süddeutschen Mannschaft fragte sogar noch, ob die Fangemeinde Bösel zu mieten sei. Schließlich knallten die Sektkorken und des wurde gefeiert.

Wieder zu Hause angekommen, gab es eine weitere Überraschung. Die Zufahrt zum DRK-Gruppenraum wurde mit Birkensträuchern und bunten Fahnen geschmückt. In umliegenden Straßen parkten die Autos von Schaulustigen. Gemeindevertreter, Angehörige und die Helfer der Bereitschaften aus dem Kreis erwarteten ihre "Helden aus Freudenstadt".

Um 20 Uhr war es soweit: Der Bus mit der siegreichen Mannschaft und seiner 50-köpfigen Fangemeinde bog hupend in die Jahnstraße ein. Das Orchester spielte zum Ständchen auf. Die Fans schwangen die Fahnen und sangen "We are the Champions". Bürgermeister Gerd Höffmann begrüßte die Rückkehrer, gratulierte im Namen der Gemeinde Bösel und lud zum Freibier ein. Der Erfolg wurde noch bis spät in die Nacht gefeiert.